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Code und Rechte

Quellcode verkaufen: Wie eine Agentur Code zu Geld macht

Geprüft am 12. Oktober 2026

Kurz gesagt

Quellcode verkaufen heißt in Deutschland: Du räumst dem Käufer ein ausschließliches, unbeschränktes Nutzungsrecht ein und übergibst das Repo. Das geht nur mit Code, an dem dir die Rechte gehören, und Käufer prüfen genau das zuerst. Wer den Code noch selbst nutzen will, fährt mit einer Lizenz oft besser.

Quellcode verkaufen heißt in Deutschland: Du räumst dem Käufer ein ausschließliches, räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränktes Nutzungsrecht nach § 31 UrhG ein und übergibst das Repo. Das Urheberrecht selbst bleibt nach § 29 UrhG beim Urheber. Wirtschaftlich gehört der Code danach dem Käufer, und du darfst ihn nicht mehr nutzen.

Verkaufen kannst du nur Code, an dem dir die Rechte vollständig gehören, belegt durch Arbeits-, Freelancer- und Kundenverträge. Genau das prüft jeder ernsthafte Käufer als Erstes. Wer den Code selbst weiter einsetzen will, sollte statt eines Verkaufs eine Lizenz anbieten.

Was genau verkaufst du?

Rechtlich verkaufst du drei Dinge:

  1. Ein ausschließliches Nutzungsrecht. Der Käufer darf den Code vervielfältigen, bearbeiten, verbreiten und öffentlich zugänglich machen (§ 69c UrhG), und alle anderen sind ausgeschlossen, auch du, wenn du dir nichts vorbehältst (§ 31 Abs. 3 UrhG).
  2. Das Recht, weitere Rechte zu vergeben. Damit der Käufer seinerseits lizenzieren kann, braucht er nach § 35 Abs. 1 UrhG die Zustimmung des Urhebers. Die gehört in den Kaufvertrag.
  3. Das Material. Repo mit Git-Historie, Dokumentation, Build- und Deployment-Skripte, Testdaten ohne personenbezogene Daten.

Wer kauft Quellcode?

Die Käufer lassen sich grob in vier Gruppen teilen:

Was prüfen Käufer?

Ein Käufer zahlt für Code, den er ohne Risiko einsetzen kann. Er prüft deshalb in dieser Reihenfolge:

PrüfpunktWas der Käufer sehen will
RechteketteWer hat den Code geschrieben? Angestellte sind über § 69b UrhG abgedeckt. Für Freelancer und Subunternehmer: Verträge mit Rechteeinräumung. Für Kundenprojekte: den Projektvertrag. Für Code der Gründer aus der Zeit vor der GmbH: einen Einbringungsvertrag
Open SourceEine Liste aller Abhängigkeiten mit Lizenzen. Copyleft-Komponenten in zentralen Teilen senken den Wert oder schließen bestimmte Verwendungen aus
ZustandLäuft der Build? Gibt es Tests und wie viel decken sie ab? Wie alt sind die Abhängigkeiten? Gibt es Dokumentation, die ein fremdes Team versteht?
AltlastenZugangsdaten in der Git-Historie, Kundendaten in Fixtures, Kundennamen im Code

Wie du die Rechtekette vorher selbst prüfst, steht in Wem gehört der Code?.

Wie läuft ein Verkauf ab?

  1. Inventur. Repos auflisten, Rechtelage je Repo klären, Open-Source-Liste erzeugen.
  2. Aufräumen. Geheimnisse und Kundendaten entfernen, auch aus der Historie. Build reproduzierbar machen. Eine kurze README, die erklärt, was der Code tut.
  3. Bewertung. Eine realistische Spanne, bevor du mit Käufern sprichst. Wie man den Wert einschätzt, steht in Was ist Code wert?.
  4. Geheimhaltungsvereinbarung. Bevor jemand Code sieht.
  5. Prüfung durch den Käufer. Lesezugriff auf eine Kopie, Fragen zu Architektur und Rechten.
  6. Kaufvertrag. Rechteeinräumung, Übergabe, Gewährleistung, Haftung, Übergangssupport.
  7. Übergabe. Repo übertragen, eigene Kopien löschen, soweit vereinbart.

Was gehört in den Kaufvertrag?

Verkaufen oder lizenzieren?

VerkaufNicht exklusive Lizenzen
Passt, wennEs genau einen Käufer gibt, der Exklusivität will und sie bezahltEs mehrere mögliche Abnehmer mit ähnlichem Bedarf gibt
GeldMehr pro AbschlussWeniger pro Abschluss
Code danachBeim KäuferBleibt bei dir, du nutzt ihn weiter in eigenen Projekten und kannst ihn erneut vergeben

Wie Lizenzmodelle aussehen, steht in Softwarelizenz.

Häufige Fragen

Kann man Quellcode verkaufen, obwohl das Urheberrecht nicht übertragbar ist?

Ja. Verkauft wird ein ausschließliches, unbeschränktes Nutzungsrecht nach § 31 UrhG zusammen mit dem Repo. Das Urheberrecht bleibt nach § 29 UrhG beim Urheber, wirtschaftlich hat der Käufer aber alle Rechte, die er braucht.

Was prüft ein Käufer beim Kauf von Quellcode?

Zuerst die Rechtekette: Wer hat den Code geschrieben, gibt es Verträge mit Rechteeinräumung, was hat der ursprüngliche Kunde bekommen. Dann Open-Source-Lizenzen, Codequalität, Tests, Dokumentation, Abhängigkeiten und ob Kundendaten oder Zugangsdaten im Repo stecken.

Ist es besser, Quellcode zu verkaufen oder zu lizenzieren?

Das hängt von der Zahl der möglichen Abnehmer ab. Gibt es einen Käufer, der Exklusivität will und dafür zahlt, passt ein Verkauf. Gibt es mehrere Interessenten mit ähnlichem Bedarf, bringen nicht exklusive Lizenzen über die Zeit meist mehr, und du behältst den Code.

Darf ich Code verkaufen, den ich für einen Kunden geschrieben habe?

Nur den Teil, an dem dir die Rechte geblieben sind. Hat der Kunde ein ausschließliches Recht am Projektcode, darfst du diesen Teil nicht verkaufen. Deine vorbestehenden Bibliotheken und Tools, die im Vertrag ausgenommen sind, schon.

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