Die meisten Agenturen verlieren Geld an denselben drei Stellen:
- Der Scope ist unklar, weil das Pflichtenheft fehlt oder zu dünn ist.
- Der Vertrag passt nicht zur Arbeit, weil ein Werkvertrag unterschrieben wurde, obwohl nach Aufwand gearbeitet wird, oder umgekehrt.
- Der Festpreis ist zu knapp, weil im Pitch niemand die Change Requests mitgerechnet hat.
Diese Seiten gehen die drei Stellen der Reihe nach durch.
Wer schreibt das Pflichtenheft?
Der Kunde liefert das Lastenheft, du schreibst daraus das Pflichtenheft. Wer das Pflichtenheft schreibt, bestimmt, was später abgenommen wird.
Werkvertrag oder Dienstvertrag?
| Werkvertrag | Dienstvertrag | |
|---|---|---|
| Du schuldest | Ein Ergebnis | Arbeit |
| Geld | Mit der Abnahme | Für die geleistete Zeit |
| Norm | §§ 631, 640, 641 BGB | § 611 BGB |
Was das für Haftung, Zahlung und Kündigung bedeutet, steht in Werkvertrag oder Dienstvertrag. Wie du die Abnahme planst, steht in Abnahme Software.
Festpreis oder nach Aufwand?
Kunden wollen Budgetsicherheit, Agenturen wollen nicht für unklaren Scope haften. Der agile Festpreis ist ein Kompromiss, der funktioniert, wenn man ihn ernst nimmt.
Und wenn trotzdem weniger reinkommt?
Dann lohnt der Blick auf den Code, den du schon hast. Viele Agenturen haben Bausteine, an denen ihnen die Rechte gehören:
- Bibliotheken,
- Tools,
- eingestellte Produkte.
Wie du das prüfst, steht in Wem gehört der Code?, und was man damit machen kann, in Softwarelizenz.
Was gehört noch zum Agenturalltag?
- Was kostet eine App?: Stundensatz und Projektkosten kalkulieren.
- Abnahme Software: Abnahme nach § 640 BGB planen und durchsetzen.
- Freelancer und Scheinselbstständigkeit: Statusfeststellung und AÜG-Risiko.
- Liquiditätsplanung: die Lücke sehen, bevor sie da ist.
- Kunden gewinnen: Akquise, die das UWG erlaubt.
- Was KI für Agenturen verändert: Preise, Verträge, Rechte am Code.